Zinshopping lohnt sich
Seit einigen Monaten lässt sich das so genannte Zinshopping
beobachten. Darunter versteht man das rasche Wechseln von Bank
zu Bank. Immer mehr Bankkunden sichern sich besonders hohe
Zinsen auf Tagesgeld, indem sie ihr Geld immer bei der Bank
anlegen, die die aktuell besten Konditionen bietet.
Die Banken versuchen, ständig neue Kunden zu gewinnen. Das gelingt am besten mit hohen Tagesgeldzinsen für Neukunden. Die Hoffnung dabei ist, dass die meisten Kunden ihrer Bank auch dann treu bleiben, wenn sie die Zinsen wieder senkt. Diese Rechnung geht in vielen Fällen auch tatsächlich auf, denn ein Großteil der Bankkunden ist zu bequem, um sich nach wenigen Monaten schon wieder eine neue Bank zu suchen, die ihrerseits mit Topp-Zinsen um Neukunden wirbt.
Wenn man sich die Zinsangebote für Neukunden aber einmal ansieht, stellt man fest, dass es so hohe Tagesgeldzinsen gibt, dass sich die Mühe eines Wechsels zu einer anderen Bank lohnt. Vor allem, wenn es um hohe Beträge geht, ist es ein erheblicher Unterschied, ob man als Bestandskunde auf sein Tagesgeld nur 3 Prozent kriegt oder als Neukunde 5 Prozent. Es gibt sogar Tagesgeld-Angebote, die noch darüber liegen.
Zinshopping verlangt von den Bankkunden eine gewisse Beweglichkeit und die Bereitschaft, sich ständig auf dem Laufenden zu halten bezüglich der aktuellen Tagesgeld-Konditionen der verschiedenen Banken.
Ein Tagesgeldkonto bei einer neuen Bank zu eröffnen, ist allerdings mit deutlich weniger Mühen verbunden als etwa der Wechsel eines Girokontos, von dem man seine Geschäftspartner, den Telefonanbieter und andere Institutionen benachrichtigen muss.
Solange die Banken Neukunden mit hohen Zinsen auf Tagesgeld umwerben, so lange wird sich auch Zinshopping lohnen.